26.9.-22.11.09

LEBENSLANGES LERNEN
Erste Ausstellung der jungen, aufstrebenden Cartoonistin KITTIHAWK

Frauen sind rar in der Cartoonistenszene. Es gibt verschiedene Theorien, warum das so ist. Wie auch immer – auf etwa 20 männliche Kollegen kommt eine Cartoons zeichnende Frau.

Seit gut drei Jahren gibt es eine Cartoonistin mehr in Deutschland! Christiane Lokar – besser bekannt unter ihrem Pseudonym Kittihawk. 1972 in Recklinghausen geboren, studierte sie in Bremen Grafik-Design und arbeitet seit 2003 freiberuflich in diesem Bereich. Ihr Künstlername kommt von Kitty Hawk – jener Küstenstadt in North Carolina, die durch die ersten motorisierten Flugversuche der Gebrüder Wright bekannt wurde. Über ihre ersten ernsthaften Flugversuche als Cartoonistin sagte sie in einem Interview: „Die allerersten Cartoons, die ich überhaupt versucht habe, waren komische Zeichnungen zum Thema Fußball. Das war Ende 2005. Ich wollte ausprobieren, ob ich es schaffen würde, was Witziges zu machen. Fußball an sich ist ja schon witzig, und dass die WM 2006 in Deutschland gelandet war, entbehrte ja auch nicht einer gewissen Komik. Also habe ich einfach von heute auf morgen angefangen zu zeichnen. Ich war zwar schon lange Cartoon-Fan, kannte natürlich die Neue Frankfurter Schule, Titanic, New Yorker, aber selber hatte ich so was noch nie ausprobiert. Glücklicherweise habe ich mich von meinen ersten unwitzigen und total langweiligen Ideen nicht entmutigen lassen. Aus den zwölf ’besten’, das heißt im weitesten Sinne lustigen Zeichnungen habe ich dann einen ‚WM-Kalender 2006’ zusammengeringelt und unter anderem ein Exemplar an die Zitty-Redaktion geschickt. Dass sie sich tatsächlich bei mir melden würden, hätte ich nie gedacht. Wenn ich mir den Kalender heute anschaue, verstehe ich es auch nicht ganz. Aber als dann zur WM mein erster Cartoon in der Zitty erschienen ist, war ich der glücklichste Mensch der Welt.“

Zu ihren Lieblingscartoonisten in Deutschland zählen BECK und Stephan Rürup. Sie arbeitet meist an mehreren Cartoons gleichzeitig, notiert sich Ideen und Fragmente in einem Skizzenbuch. „Und einen Teil von diesen Versatzstücken trage Kopf mit mir rum. Wenn sich dann was zu einem Witz zusammensetzt, skizziere ich diesen Cartoon am Computer. Manche Zeichnungen gelingen sofort, die meisten aber zeichne ich in mehreren Versionen, die ich dann vergleichen kann. So kann ich sehen, in welcher Form der Witz am besten funktioniert.“ Inzwischen zeichnet die Wahlberlinerin regelmäßig für mit Zitty, Titanic, Spiegel-Online, Italien, Schädelspalter und der Sächsischen Zeitung.

Im November 2008 wurde sie mit dem Cartoonpreis der Deutschen Mathematiker-Vereinigung geehrt. Im Herbst erscheint nun das erste Buch von Kittihawk mit dem Titel „Lebenslanges Lernen“ beim Lappan Verlag.

Die Cartoonfabrik freut sich, aus diesem Anlass vom 26.9. -22.11.09 die erste Ausstellung der jungen, aufstrebenden Cartoonistin Kittihawk zu zeigen und lädt am Freitag, dem 25.9.09, um 20 Uhr zur Buchpremiere und Ausstellungseröffnung ein! Eröffnung: Freitag, 25.9.2009 – 20 Uhr, es spricht Martin Sonntag von der Caricatura, Kassel Dauer: 26.9. – 22.11.09 Mi – So 14 – 19 Uhr, Eintritt 1 Euro Ort: Cartoonfabrik, Krossener Str. 23 – Berlin-Freidrichshain Katalog: Lebenslanges Lernen, Lappan, 64 farbige Seiten, 10 Euro

25.7. - 20.9.2009

20.3. - 10.5.09

FLIX

DIE Cartoons

Seit gut sieben Jahren zeichnet der Comiczeichner und Illustrator Flix auch Cartoons. Unter dem Label Verflixt werden sie in verschiedenen Zeitungen abgedruckt. Seit Anfang dieses Jahres erscheint täglich ein Cartoon im Internetportal web.de. Flix (Jahrgang 1976) gehört zu der Generation von Zeichnern, die mit dem Computer groß geworden sind und die Möglichkeiten der modernen Technik inzwischen für ihre Arbeit benutzen. So sind seine fertigen Cartoons keine Originale mehr, sondern Daten, die man ausdrucken kann. Während andere aber nicht einmal mehr Stift oder Pinsel benutzen, zeichnet Flix zunächst mit der Hand. Mit hartem Bleistift fertigt er auf einem relativ dicken Karton eine Skizze an, aus der dann eine mit schwarzem Feinliner gezeichnete Vorlage wird. Die Bleistiftstriche radiert er weg. Nach dem Einscannen bearbeitet Flix diese Vorlage nicht nur farbig per Computer, er schiebt Sprechblasen und Figuren hin und her, fügt neue Details ein, bis er die perfekte Konstellation für seinen Bildwitz gefunden hat. Heraus kommen farbintensive Cartoons, die sich vor allem immer wieder dem Thema Nummer eins des Lebens widmen – dem Alltag zwischen Mann und Frau. 2005 veröffentlichte Carlsen die erste Sammlung dieser Cartoons unter dem Titel „Verflixt -…und jetzt?! Zur Ausstellung in der Cartoonfabrik erscheint der zweite Band mit dem Titel „Verliebt!“ (64 Seiten/100 Cartoon/9,95€). Die Cartoonfabrik zeigt ca. 120 Cartoons von Flix zusammen mit etwa 30 Vorlagen und liefert so dem Betrachter die Möglichkeit, die Entwicklung der Bilder nachzuvollziehen. Flix ist 1976 in Münster/Westfalen geboren, in Darmstadt aufgewachsen und lebt und arbeitet heute als freier Comic- und Cartoonzeichner und Illustrator in Berlin. Er studierte in Saarbrücken und in Barcelona Kommunikations-Design. 1998 veröffentlichte er angeregt von dem Cartoonzeichner Peter Butschkow, seinen ersten professionellen Comic „Who the fuck is FAUST?" (Eichborn), der ab April 2009 in komplett überarbeiteter Form als täglicher Strip in der FAZ erscheinen wird. 2003 erschien bei Carlen Comics seine Diplomarbeit „held", die mit einigen Preisen ausgezeichnet wurde, u.a. mit dem „Lucky Strike Junior Designer Award“ und dem „Max-und- Moritz-Preis 2004“ als „Beste deutschsprachige Publikation". In dieser Geschichte erzählt Flix sein gesamtes Leben von der Geburt bis zum Tod, also Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Bisher wurde „held“ in spanisch, französisch und koreanisch übersetzt. Mit „sag was" und „mädchen" komplettiert Flix seinen biografischen Comic. Sein Comic „Da war mal was" mit Episoden aus dem geteilten Deutschland erscheint regelmäßig im Berliner Tagesspiegel. Zum Jubiläum des Mauerfalls werden diese Geschichten bereits im August 2009 in Buchform bei Carlsen veröffentlicht.

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Til Mette gilt als einer der wichtigsten Cartoonisten in Deutschland. Seit 1995 erscheinen seine Zeichnungen wöchentlich im stern. Von 1992 -2007 lebte er in New York, und so finden sich auch in seiner Malerei immer wieder New Yorker Stadtlandschaften bestückt mit seinem Cartoon-Personal. Die Ausstellung gibt einen Überblick über sein bisheriges Schaffen, die neuesten Zeichnungen werden zu sehen sein, aber auch ältere und unbekannte Arbeiten.

Til Mettes Cartoons schöpfen bevorzugt aus dem prallen Alltag: ob Arbeitswelt oder Freizeit, Mette ist ein genauer Beobachter. In eigentlich eher witzfreien Räumen wie Forschungslabors, Operationssälen und Büroetagen findet er Kuriositäten zuhauf. Seine überwiegend schwarz-weißen, akkurat gezeichneten und schraffierten Figuren berichten Hintergründiges, Lehrreiches, Lustiges und Erstaunliches. Til Mette ist einer der ungewöhnlichsten Cartoonisten, dem es immer wieder gelingt, sowohl täglichen Banalitäten als auch aktuellen Schrecknissen eine komische, eine lachhafte Seite abzugewinnen. Doch Mette vermittelt auch echte Lebenshilfe egal ob beim Einkauf von Wein ("Wir wollen uns einen ballern. Können Sie da was empfehlen?") oder im verregneten Urlaub ("Das Outdoor-Solarium!) Lediglich vor dem berüchtigten Kindermund kapituliert er und weiß auch keine Antwort, wenn der Balg im Kinder-Karussell fragt: "Sind wir bald da?"Til Mette wurde 1956 in Bielefeld geboren. Von 1980 bis 1986 studierte er Kunst und Geschichtswissenschaften in Bremen. Er war Mitbegründer der taz-Bremen und auch in der bundesweiten Ausgabe der taz waren seine Cartoons fester Bestandteil. Seine Zeichnungen werden außerdem u. a. in der Süddeutschen Zeitung und in Funny Times (USA) veröffentlicht.Im Jahr 2000 erhielt Til Mette den Karikaturenpreis der Sächsischen Zeitung. Im Lappan Verlag gibt es zahlreiche Publikationen von Til Mette, u.a. das Buch ›Komm schon!‹ und mehrere Cartoonbände zu den Themen ›Ärzte‹, ›Büro‹, ›(Ex-)Raucher‹ und ›Studenten‹. Zur Ausstellung erscheint der große Sammelband „Meine Welt“.Die Ausstellung wird zusammen mit dem Humanistischen Verband Deutschlands Berlin gezeigt.

Der einzige, bei dem es wirklich schade ist, dass er nicht in Titanic veröffentlicht, ist Til Mette. Er ist ein netter, kluger Mensch, macht die lustigsten Witze und verschwendet diese dann an Stern-Leser. Martin Sonneborn, ehem. Chefredakteur der Titanic

Fiese Bilder – Meisterwerke des Schwarzen Humors

Ostsee-Freiluftausstellung als Indoor-Variante in Berlin

FIESE BILDER - MEISTERWERKE DES SCHWARZEN HUMORS – unter diesem Titel veranstaltet die Berliner Caroonfabrik seit Mitte Juni 2009 das 2.CARTOONAIR AM MEER im Ostseebad Prerow auf dem Darß. 45 der besten Cartoonisten Deutschlands und aus Österreich beteiligen sich an der deutschlandweit einzigartigen KARIKATUREN-FREILUFTAUSSTELLUNG und geben bis Mitte September tiefe Einblicke in das Dunkle ihrer Cartoonistenseelen. Sie machen Witze über Bänker und Blondinen, Klatschweiber und Krisenherde, Metzger und Machos, Politiker und Proktologen, Senioren und Sackgesichter, Himmel und Hölle… Nichts ist ihnen heilig - keine Krankheit, Katastrophe, kein Ge- oder Verbrechen und schon gar nicht der Tod.
Aber darf man darüber Witze machen? Man darf - wenn man es kann. Diese Ausstellung ist der Beweis! Schon der gute, alte Sigmund Freud meinte, dass Witze über gesellschaftlich tabuisierte Bereiche wichtig seien, um besser damit klar zu kommen. Und gerade in Zeiten, da die Zukunft alles andere als rosig gemalt wird, ist es doch eher ermunternd zu sehen, dass es Fieseres gibt als die eigene Lage.

Ab 25. Juli nun man die meisten dieser Meisterwerke des Schwarzen Humors auch in Berlin sehen. Als Indoor-Variante für Daheimgebliebene und Berlinbesucher in den Räumen der Cartoonfabrik. Donnertags bis sonntags von 14 -19 Uhr. Der Eintritt kostet ein Euro. Zur Ausstellung hat der Lappan Verlag einen Katalog heraus gebracht mit alle 220 Fiesen Bilder des Cartoonairs am Meer sowie 32 Bonuskarikaturen und kostet 9,95 Euro.

FIESE BILDER - Meisterwerke des Schwarzen Humors
Cartoonfabrik , Krossener Str. 23 – 10245 Berlin-Friedrichshain
25.7. – 20.9.09
Do – So 14-19 Uhr
Eintritt 1 Euro